Unser Konzept,
ist unsere Philosophie
1. Philosophie
Im Mittelpunkt unseres pflegerischen Handelns steht das Wohlbefinden unserer Bewohner[1] unter Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse, Neigungen, Fähigkeiten und ihrer persönlichen Geschichte. Jeder Mensch ist für uns ein ganzheitliches, eigenverantwortliches Individuum mit dem Bestreben zur Selbstständigkeit.
Ziel unserer Arbeit kann es somit nur sein, die Selbstständigkeit unserer Bewohner zu fördern und so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.
Ein Eckpfeiler unserer pflegerischen Arbeit bildet dabei das Aktivieren, Fördern und Nutzen der individuellen Ressourcen unserer Bewohner. Im Sinne eines positiven Pflegeverlaufs sind wir auf Mithilfe angewiesen. Aus diesem Grund wird jeder Bewohner so früh und so weit wie möglich mit in unsere Pflegeplanung (SIS) einbezogen. Dies gilt auch für deren Angehörige, Ärzte, Betreuer sowie sonstigen Personen, zu denen der Bewohner ein enges persönliches Verhältnis aufgebaut hat. Datenrechtliche Aspekte werden dabei selbstverständlich jederzeit berücksichtigt.
Im Sinne unserer Bewohner leisten wir fachkompetente, einfühlsame und verständnisvolle Arbeit. Allen Bewohnern bieten wir einen sicheren und geschützten häuslichen Rahmen. Wir achten Kultur, Religion und die Wertvorstellungen jedes Menschen und sind bestrebt, seine Würde und Persönlichkeit zu schützen.
Sicherheit und Vertrauen sind wichtige Faktoren für einen positiven Verlauf der Pflege, Kommunikation ist der Schlüssel dazu. Wir sehen es als Selbstverständlichkeit an, dem Bewohner jederzeit Gesprächsbereitschaft bezüglich all seiner Sorgen, Nöte und Ängste zu signalisieren. Nur so lässt sich eine Atmosphäre schaffen, in der sich der Bewohner wohl, integriert und akzeptiert fühlt.
Grundsätzlich gilt das Pflegeleitbild der Probed GmbH & Co. Bremen KG .
2. Die Einrichtung
Das Haus am Park ist eine vollstationäre Pflegeeinrichtung der Probed GmbH & Co Bremen KG. Es ist aus dem ehemaligen Haus am Dobben, welches in unmittelbarer Nähe der Sielwallkreuzung im Bremer Viertel ansässig war, entwachsen.
Unsere Einrichtung liegt nun in einem Wohnviertel am Anfang von Bremen Gröpelingen. Zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die Innenstadt und das Viertel, welche für einige Bewohner nach dem Umzug weiterhin große Bedeutung haben, sind mit den Straßenbahnlinien 10 und 2 von der Haltestelle Moorstraße aus sehr gut erreichbar.
Wir verstehen uns als offene und tolerante Einrichtung, die sich bewusst den sozialen Anforderungen unserer Gesellschaft geöffnet hat. Schon seit langen Jahren war das ehemalige Haus am Dobben im Stadtteil Viertel integriert und akzeptiert. Am neuen Standort wollen wir den bisherigen Auftrag in größerem und optimiertem Rahmen fortsetzen. Das Gebäude war vor unserem Betrieb eine Altenpflegeeinrichtung für Menschen mit einer Demenzerkrankung und hatte 67 Plätze in Einzel- und Doppelzimmern.
In 49 Einzelzimmern können wir nun unseren Bewohnern ein sicheres Zuhause bieten. Die Zimmer sind sehr geräumig und bieten unseren Bewohnern einen großzügigen Rückzugsraum, der die persönliche Entfaltung unterstützt. Die Zimmer sind auf vier Etagen verteilt. Jede obere Etage ist bequem über den zentral im Eingangsbereich gelegenen Fahrstuhl zu erreichen. Die Zimmer sind mit Einzelbad oder Tandembad (an das Bad grenzen zwei Zimmer, die sich das Bad teilen) ausgestattet. Zusätzlich gibt es zwei großzügig gestaltete Pflegebäder mit behindertengerechter Ausstattung. Ein großer Speisesaal mit Zugang zum Garten befindet sich im Erdgeschoss und Aufenthaltsräume befinden sich auf jeder Etage. Der Garten bietet ausreichend Platz, um sich bei entsprechendem Wetter auch im Freien aufhalten und bewegen zu können. Ein Rauchergemeinschaftsraum befindet sich in der dritten Etage. Auf Etage 2 befindet sich ein Aufenthaltsraum, in dem die Bewohner mit dem Sozialdienst beispielsweise TV und DVDs schauen, Musik hören oder mit der WII spielen können. Der Raum bietet darüber hinaus ausreichend Platz für Werk- und Bastelgruppen. Mehrmals wöchentlich werden Aktivitäten angeboten, die auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Bewohner abgestimmt sind.
Täglich werden alle Mahlzeiten in unserer hauseigenen Küche frisch zubereitet. Die Bewohner können Einfluss auf den Speiseplan nehmen. Wünsche oder Besonderheiten werden berücksichtigt.
Um das Zusammenleben möglichst konfliktfrei zu gestalten, sollten sich alle Bewohner an gewisse Regeln halten. Um dies zu gewährleisten, gilt für alle Bewohner eine Hausordnung, die jedem neuen Bewohner bei Einzug ausgehändigt wird.
3. Multiprofessionalität
Unser Team besteht aus langjährigen Mitarbeitern, die sich bewusst entschieden haben, in einem Pflegeheim zu arbeiten, welches sich der Betreuung und Pflege von Menschen mit besonderem sozialem Hintergrund widmet. Dies ist in allen Arbeitsbereichen des Hauses bis hin zur Leitung so. Die Aufrechterhaltung dieses speziellen Angebots war und ist dem Team ein großes Anliegen. Die Weiterführung des ehemaligen Haus am Dobben unter der Trägerschaft der Probed GmbH & Co. Bremen KG stellt in diesem Zusammenhang eine Verbesserung und Sicherung dieser Qualität dar.
Sollten Angehörige, Betreuer oder Ärzte bezüglich eines bestimmten Bewohners Fragen haben, so können sie sich immer an die Pflegefachkräfte oder die Leitung wenden. Das Team ist über alle den jeweiligen Bewohner betreffende Belange informiert und auf dem aktuellsten Stand.
4. Angebot
Unser Angebot richtet sich in erster Linie an pflegebedürftige Menschen mit besonderem sozialem Hintergrund.
Insbesondere richtet es sich an Menschen,
- mit Verwahrlosungstendenzen.
- die aus der Obdachlosigkeit kommen.
- mit Alkoholabusus und anderen Suchterkrankungen.
- mit HIV-Infektion.
- die im Methadonprogramm substituiert werden.
Gerade Menschen, die aufgrund ihrer Vorgeschichte schon viel Ablehnung erfahren haben, bieten wir ein stabiles und verlässliches Zuhause.
Auch alle anderen hilfebedürftigen Menschen sind uns jederzeit herzlich willkommen und können bei uns ein neues Zuhause finden.
Wir bieten all unseren Bewohnern eine alltagsorientierte Tagesstruktur. Hierbei setzten wir einen bestimmten Rahmen, der zwar von Hilfsangeboten gestützt, aber durch den Bewohner ausgefüllt werden muss. In Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Bewohner versuchen wir dessen Stärken und Schwächen zu erkennen und die eigenen noch vorhandenen Ressourcen zu fördern, um sie so lange wie möglich zu erhalten.
Gerade die Bewohner mit einem schwierigen sozialen Hintergrund haben aufgrund ihres bisherigen Lebensstils oftmals nur wenig soziale Kontakte. Wir sind behilflich beim Knüpfen neuer Kontakte und beim Wiederherstellen alter Kontakte. Ungeklärtes soll angesprochen oder ein Kapitel endgültig beendet werden. Auf diesem Wege soll das Leben des Bewohners in ein Gleichgewicht gebracht, sein Zustand stabilisiert werden. Der neue Bewohner kann ein für ihn neues oder längst vergessenes Gefühl von Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft und Akzeptanz erleben.
Die Sozialkompetenz der einzelnen Bewohner soll gefördert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, kann jeder Bewohner, im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten, möglichst selbstständig agieren. Der Bewohner soll sich alltägliche, feste und regelmäßige Strukturen erarbeiten. Alltagstypische Strukturelemente, die vom jeweiligen Bewohner selbst zu erledigen sind, stehen dabei im Mittelpunkt. So werden die Bewohner beispielsweise zur regelmäßigen und eigenständigen Körperhygiene angehalten, die Bewohner sollen sich möglichst selbst ankleiden und auch die Reinigung ihrer Zimmer übernehmen, sowie sich eigenverantwortlich um die Einhaltung von Terminen kümmern.
Selbstverständlich wird kein Bewohner mit seinen Aufgaben oder Problemen allein gelassen. Er erhält so wenig Hilfe wie möglich, aber so viel Hilfe wie nötig. Wir sind keine Therapieeinrichtung und möchten niemanden zu etwas zwingen. Manche Bewohner sind „aus therapiert“ und dürfen somit auch darauf hoffen, das nötige Maß an Ruhe zu erfahren.
Die Mitarbeiter des Hauses sind jederzeit gesprächsbereit. Probleme können gemeinsam besprochen werden, Lösungen soll sich der Bewohner jedoch nach Möglichkeit im Gespräch selbst erarbeiten. Durch eigenverantwortlich erarbeitete und gelebte Strukturen soll das Selbstwertgefühl des Bewohners gestärkt werden, um emotionale Stabilität und Sicherheit zu erfahren.
Jedem neuen Bewohner soll das Einleben in unserem Haus und in die Gemeinschaft so leicht wie möglich gemacht werden. Um die Kontaktaufnahme zu anderen Bewohnern zu erleichtern, wird die Teilnahme an einer unserer Arbeitsgruppen empfohlen. So kümmert sich unsere Gartengruppe beispielsweise um die Gestaltung und Pflege des Gartens, sowie um die Pflege sämtlicher Pflanzen im Hause. Die Werkgruppe nutzt die gestalterischen und handwerklichen Fähigkeiten der Bewohner, um das Umfeld zu gestalten. Jahreszeiten entsprechend wird gebastelt, auch können kleinere Reparatur arbeiten unter der Anleitung unseres Hausmeisters eigenständig durchgeführt werden. Regelmäßig werden auch Ausflüge in den Bürgerpark, an den Hafen, an die Weser oder auch zum Fußball ins Weserstadion organisiert. Auch hier ist ein Engagement der Bewohner möglich.
5. Aufnahmekriterien
Bedingung für die Aufnahme in unsere Einrichtung ist eine Zusage der Kostenübernahme durch die Kostenträger (i.d.R. das Sozialamt, die Pflegekasse oder ein Selbstzahler). Voraussetzung dafür ist in der Regel die Einstufung in einen Pflegegrad, wobei Pflegegrad II hier mindestens gegeben sein muss.
6. Ausschlusskriterien
Nicht jeder Mensch passt in jede Einrichtung. Dieser Grundsatz gilt auch für uns. Zwar sind wir auf pflegebedürftige Menschen mit besonders schwierigem Hintergrund fokussiert, dies bedeutet jedoch nicht, dass wir gerade in der Betreuung von Suchterkrankten nicht auch an unsere Grenzen stoßen. Wir können und wollen niemanden aufnehmen, der woanders besser aufgehoben wäre.
Drogenabhängige Menschen können wir aufnehmen, soweit sie sich im Metadonprogramm befinden. Derjenige, der trotz der Ersatzdroge Methadon weiterhin harte Drogen wie beispielsweise Heroin und Kokain konsumiert, ist bei uns falsch. Die notwendige Begleitung von konsumierenden Drogenabhängigen können wir nicht leisten. Der aktive Drogengebrauch zieht in der Regel Beschaffungskriminalität nach sich. Dies hätte auch Auswirkungen auf die Hausgemeinschaft, könnte sogar zu Kriminalität innerhalb unseres Hauses führen. Dies wäre den anderen Bewohnern gegenüber nicht zu verantworten. Gleiches gilt für Gewaltausbrüche gegenüber Bewohnern, Gästen oder Angestellten. Kriminalität und Gewalt, gleich welcher Ursache, wird in unserem Haus nicht geduldet.
Eine psychische Erkrankung kann ein Ausschlusskriterium sein. Jedoch behalten sich Heimleitung, Pflegedienstleitung und Geschäftsführung vor, im Einzelfall zu entscheiden, ob eine Aufnahme im Sinne der Einrichtung und des Aufzunehmenden verantwortet werden kann oder ob eine Aufnahme nicht besser abzulehnen ist.
Wir verstehen uns als eine offene Einrichtung und sehen uns nicht als Entzugseinrichtung an. Der Konsum von Alkohol in unserer Einrichtung ist gestattet, unterliegt jedoch bestimmten Regeln. So ist der Konsum von Alkohol ausschließlich auf den Bewohnerzimmern gestattet, nicht aber in den Gemeinschaftsräumen des Hauses. Ebenso untersagt ist der exzessive Alkoholkonsum. Ob es sich um einen exzessiven Konsum handelt, entscheidet im Einzelfall die Heimleitung und/oder die Pflegedienstleitung. Nur so kann dem Gebot der Rücksichtnahme Rechnung getragen werden. Dauernde Alkoholexzesse, gerade in den Gemeinschaftsräumen sind den anderen Bewohnern nicht zuzumuten.
Jeder Mensch soll sich so lange wie möglich ein Höchstmaß an Eigenständigkeit erhalten. Trotzdem behalten wir uns vor, auch im Sinne des Zusammenlebens in einer sozialen Gemeinschaft, auf ein Mindestmaß an Körperhygiene und Umgangsform zu achten und hinzuweisen. Sollte es in dieser Richtung Probleme geben, so steht hier die gemeinsame Problemlösung im Vordergrund, wobei letztlich das Wohl der Gemeinschaft über dem Wohl des Einzelnen steht.
Um das Zusammenleben so angenehm wie möglich zu gestalten und den Hausfrieden zu gewährleisten, sollten sich alle Bewohner an gewisse Spielregeln halten. Sollte ein Bewohner jedoch dazu krankheitsbedingt nicht in der Lage sein oder willentlich nicht dazu bereit sein, so behalten wir uns die Möglichkeit der Kündigung des Heimvertrages, gegebenenfalls auch die fristlose Kündigung vor.
7. Rückfall
Da uns die Tatsache bewusst ist, dass viele unserer Bewohner suchterkrankt sind, rechnen wir grundsätzlich auch immer mit der Möglichkeit eines Rückfalls in die Sucht. Für diesen Fall bieten wir jedem Bewohner die Möglichkeit zu Gesprächen an, sowie die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu anderen, die Sucht begleitenden, Einrichtungen und Institutionen. Wir behalten uns weiter die Möglichkeit vor, bei Verdacht auf Alkohol- oder Drogenkonsum einen entsprechenden Test zu Kosten des jeweiligen Bewohners durchführen zu lassen.
8. Kooperation
Wir kooperieren mit:
- allen Einrichtungen der Rehse-Gruppe
- dem Sozialpsychiatrischen Dienst, Krankenhäusern und allen einweisenden Stellen
- den Pflegekassen und allen anderen Kostenträgern
- den behandelnden Ärzten unserer Bewohner
- verschiedenen Apotheken, insbesondere der Hohwisch Apotheke
- einer Fußpflegerin
- verschiedenen Krankengymnasten
- verschiedenen Sanitätshäusern
- dem Hospiz Horn
- mit der Initiative zur sozialen Rehabilitation und der Comeback GmbH
- dem ambulanten Palliativ-Dienst
- den rechtlichen Betreuern unserer Bewohner
[1] Es wird zur Vereinfachung des Lesens die männliche Form genutzt. Alle Geschlechter sind damit angesprochen.

