Die Geschichte über die Entstehung vom "Haus am Park"
Hier bekommen Sie nun einen kleinen Einblick in die Geschichte unserer Einrichtung
als früheres "Haus am Dobben" im Bremer Viertel und über das
ehemalige Pflegeheim "Haus Seewenje" an dessen Standort
wir uns nun als "Haus im Park" befinden
"Das ist eine Herzensangelegenheit"
Wie ein besonderes Pflegeheim nach einer Insolvenz gerettet werden konnte
"Das ist ein ganz schöner Kraftakt", sagt Jens Cloppenburg über den
Umzug vom "Haus am Dobben" nach Gröpelingen.
Der Leiter dieser Pflegeeinrichtung wählt bewusst die Gegenwartsform, auch wenn der eigentliche Umzug jetzt ein halbes Jahr zurückliegt und es inzwischen als "Haus am Park" firmiert.
"Wir sind am neuen Standort aber immer noch in der Aufbauphase, und das fordert weiterhin die Kraft aller Beteiligten."
Es ist nicht alltäglich, dass ein Pflegeheim mit Bewohnern, Personal und sogar Telefonnummer komplett verpflanzt wird noch dazu eines, wie das "Haus am Dobben" mit seiner sehr speziellen Klientel.
Sie sind nicht allein aufgrund altersbedingter Einschränkungen auf Pflege angewiesen, sondern viele sind schwer Suchtkrank, zum Teil mit entsprechenden Folgeerkrankungen, nicht wenige haben zeitweise Lebensphasen der Obdachlosigkeit hinter sich.
Für die Pflege sind das besondere Herausforderungen und das "Haus am Dobben" hat sich ihnen seit über 10 Jahren gestellt.
Umso schwerer traf das Haus im Januar 2023 die Insolvenz des Pflegeheimbetreibers "Convivo", mit dem man zumindest so weit verbunden war, das der Weiterbetrieb infrage stand. Das betraf vor allem die Immobilie, ein aus zwei Nachbarhäuser im Viertel zusammengefügtes Domizil.
Es gehörte der "Convivo" und war aus Sicht des Insolvenzverwalters Malte Köster einer der wenigen Vermögensgegenstände des Unternehmens, das seine bundesweit knapp 60 stationären Pflegeheime sonst überwiegend angemietet hatte.
Doch das Haus schnell zu Geld zu machen, war kaum möglich.
Schwierig und langwierig wäre eine anderweitige Unterbringung der Bewohner gewesen.
"In den üblichen Einrichtungen käme unser Klientel kaum klar und die dortigen Pflegekräfte nicht mit ihnen", ist Cloppenburg überzeugt.
Zugleich verhinderte die Immobilie am Dobben, dass sich ein neuer Betreiber fand.
Nach heutigen Maßstäben ist das Gebäude für eine Pflegeeinrichtung wohl nicht mehr genehmigungsfähig und betriebswirtschaftlich betrachtet mit seinen offiziell 34 Pflegeplätzen schlicht zu klein. Denn 30 Bewohner sind beim Personalschlüssel eine Art Kipppunkt, ab dem sich die Zahl der Pflege-Fachkräfte merklich erhöhen muss, was sich wiederum nur rechnet, wenn deutlich mehr als 30 Bewohner zu betreuen sind.
Fast 18 Monate in der Schwebe
Fast 18 Monate blieb die Zukunft der Einrichtung daher in der Schwebe des laufenden Insolvenzverfahrens.
Dass Cloppenburg und der größte Teil seines Teams in dieser Zeit an Bord geblieben sind, zählt der Einrichtungsleiter zu dem eingangs erwähnten Kraftakt dazu. "Das Haus ist schon eine Herzensangelegenheit", gibt er zu.
Dass sich im Supermarkt vorigen Jahres schließlich eine Lösung ergab, hat mit dem gescheiterten Rettungsversuch eines anderen Convivo-Hauses zu tun.
Denn das Gebäude, in dem man heute als "Haus im Park" in der Gnesener Straße residiert,
war zuvor über lange Jahre das "Haus Seewenje".
Eigentümer der Immobilie ist Hemsö, ein schwedischer Staatsfonds, der vornehmlich in sogenannte Sozialimmobilien investiert.
Als im Zuge der Convivo-Insolvenz das Haus Seewenje ebenfalls betroffen war, suchte Hemsö selber nach einem neuen Träger für das Pflegeheim. Als Betreiber firmierte ab April 2023 eine eigens dafür gegründete Gesellschaft der Pflegeheimberatung Terranus, die das Haus nach der Loslösung von Convivo wieder fit machen sollte. Das scheiterte bereits nach wenigen Monaten an der grundsätzlich schwierigen wirtschaftlichen Perspektive der Immobilie.
Denn das 1991 gebaute Pflegeheim bot seine 69 Plätze vorwiegend in Doppel-, teilweise sogar in Dreibett-Zimmern an.
Über kurz oder lang wäre man um einen Umbau nicht herum gekommen, der einerseits viel Geld kosten würde, zugleich aber die Zahl der Plätze nahezu halbiert. Einen neuen dauerhaften Träger zu finden, war angesichts dieser Aussichten kaum möglich. Bevor es wieder zur Infolvenz kam, wurde der Betrieb "geordnet runtergefahren", wie Terranus es seinerzeit formulierte. Die verbliebenen rund 30 Bewohnerinnen und Bewohner wurden ab Anfang 2024 in Abstimmung mit der Heimaufsicht in anderen Pflegeeinrichtungen in der Region untergebracht. Seitdem stand das Haus leer.
Dass das "Haus am Dobben" mit seiner zuletzt 23 Bewohnern dort eingezogen ist, hat die vom Insolvenzverwalter beauftragte Immotiss Care GmbH eingefädelt. Das auf die Pflegebranche spezialisierte Beratungsunternehmen kam auf die Idee mit dem Umzug und hat mit der Rehei-Gruppe aus Bad Pyrmont schließlich einen neuen Betreiber gefunden. Dem konnte sogar eine langfristige Perspektive mitgegeben werden, denn im ehemaligen "Haus Seewenje" kann die Einrichtung mit dem besonderen Pflege-Konzept für die besondere Klientel auf rund 49 Plätze wachsen. Dann haben alle Bewohner Einzelzimmer nach heutigem Standard, teilen sich aber zum Beispiel die Badezimmer. Ob das auf Dauer funktionieren wird, hängt jetzt vor allem am Erfolg bei der Personalsuche.
Nur dann lassen sich zusätzliche Plätze auch betreiben.
Das ehemalige "Haus am Dobben" steht nun zum Verkauf, laut Insolvenzverwalter steht man kurz vor einem Abschluss.
Dies war nun ein Zeitungsartikel aus dem Weser-Kurier vom 17./18. Mai 2025

Es existiert auch ein Bericht über unseren alten Standort im Bremer Viertel
unter unserem alten Namen "Haus am Dobben" im Bremer Straßenmagazin.
Den Sie sich > H I E R < herunterladen können.
Oder Sie lesen sich über > DIESEN LINK < die dazugehörige Ausgabe online durch.
